Seniorenheime/Hospize/Krankenhäuser

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„Tiere tun der Seele gut.“ „Seitdem ich die Menschen kenne, liebe ich die Tiere. Diese und dergleichen mehr Aussprüche höre ich immer wieder von älteren Menschen. Sie zeigen wie tief der Kontakt zu Tieren vermag die Menschen zu berühren vermag.

Wir möchten Augenblicke der Nähe, Zufriedenheit und Lebensfreude schaffen. Wir möchten motivieren, den Hilfsbedürftigen zum Helfenden machen, mobilisieren und alte Erinnerungen heraustöbern.

Und zwar  mit einer neugierigen kalten Nase, einem warmen weichen Fell und einem ein wedelnden Schwanz.

Dabei spielt es keine Rolle wie stark ein Mensch motorisch, sensorisch oder kognitiv eingeschränkt ist. Wir holen jeden genau dort ab, wo er steht. Speziell für dementiell Erkrankte ist der Kontakt zu Tieren aufgrund seiner nonverbalen Natur meist leichter möglich als der zu Menschen. Hier öffnen sich oft ungeahnte Türen und Möglichkeiten der Unterstützung und Begleitung. Aufgrund ihrer neuroendokrinen Wirkmechanismen sind tiergestützte Interventionen auch besonders gut für Intensiv- und Wachkomapatienten geeignet.

1. Hintergrund

Die Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen leiden oftmals unter dem zunehmenden Verlust ihrer Selbständigkeit und Mobilität. Verschiedene demenzielle Erkrankungen versetzen sie in Zustände der Angst, Verwirrung und Orientierungslosigkeit. Herausgerissen aus ihrem früheren Umfeld und getrennt von den Angehörigen machen sich Gefühle der Einsamkeit, Hilflosigkeit und Trauer breit. Nicht wenige leiden unter Depressionen. Heimleitung, Pflegepersonal sowie verschiedene Therapeuten tragen Sorge für das physische und psychische Wohlergehen der ihnen anvertrauten Menschen und sind daher bemüht, ihnen im Heimalltag ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität zu bieten. Eines der wichtigsten Ziele ist es dabei, die Selbständigkeit der Patienten soll so gut wie möglich zu fördern und zu erhalten. Außerdem soll ihren psychischen und sozialen Ansprüchen genüge getan werden. Verschiedenen Beschäftigungsangebote und sollen Sinneswahrnehmung, Kommunikation und Kognition fördern. Leider lassen sich die Patienten manchmal nur schwer motivieren an den Aktivitäten teilzunehmen.

2. Wie können Tiere hier helfen?

Tiergestützte Interventionen bieten beim Erreichen der obigen Ziele zahlreiche hervorragende Möglichkeiten der Unterstützung. Da Tiere auf analoger Kommunikationsebene direkt die Gefühle der Menschen ansprechen, ist es selbst Personen mit fortgeschrittener Demenz möglich, mit ihnen unmittelbar in Beziehung zu treten. An erster Stelle steht dabei (wenn gewünscht) der direkte verbale und auch körperliche Kontakt zum Tier. Dieser wird meist als stimmungsaufhellend und beruhigend empfunden. Die Tiere lenken von aktuellen Problemen ab, spenden Trost, regen die Sinneswahrnehmung an und erhöhen damit das psychische Wohlbefinden der Patienten. Über das Füttern und Streicheln gelingt es aus der Position des Hilfsbedürftigen in die Rolle des Gebenden zu schlüpfen. Der Wunsch, dem Tier etwas Gutes zu tun, erhöht auch die Motivation, an diversen spielerischen Aktionen teilzunehmen. Dadurch lassen sich gezielt motorische, sensorische und kognitive Prozesse trainieren und damit länger erhalten. Da die Tiere verschiedenartigste Erinnerungen an vergangene Lebensphasen wecken, bietet sich einen idealer Anknüpfungspunkt in Sachen Biografiearbeit.

3. Praktische Umsetzung

In enger Zusammenarbeit mit dem Personal der Einrichtung besuche ich derzeit mit 2 speziell ausgebildeten Therapiehunden und einigen Kaninchen die einzelnen Wohnbereiche. Wir suchen die Bewohner in ihren Zimmern oder den Gemeinschaftsräumen auf und gehen individuell auf ihre Bedürfnisse ein. Oder wir kommen zu kleinen Gruppen zusammen und führen verschiedene Spiele und Aktivitäten durch. Auch bettlägerigen Patienten wird bei Bedarf behutsam ein Kontakt zu den Tieren ermöglicht. Besonderen Wert lege ich auf die langfristige zuverlässige Regelmäßigkeit der Tierbesuche. Nur so kann eine tief greifende und Halt gebende Beziehung entstehen. Aber Achtung! Nur ein gut ausgebildeter Therapiebegleithund lässt sich den Patienten so präsentieren, dass wirklich jedem ein ungehinderter und gefahrloser Kontakt möglich ist. Insbesondere die Arbeit mit bettlägerigen und stark beeinträchtigten Menschen erfordert sowohl vom Hund als auch vom Hundeführer ein hohes Maß an Konzentration, Geduld und Erfahrung.

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